Im Fluss

3. Mai 2009

Weltwöchentliche Sternstunden

Mal ein Stück von unsrem alten Freund Roger. Nicht der, der alles erfunden hat. Der andere. Der Chefredaktor des Blattes, das sich einen kosmopolitischen Namen anmasst und doch in nationalistischem SVP-Kleinmut verharrt.

Sein dieswöchiges, brillates Editorial fängt mit dem Satz an: \“Die EU ist kein Faktor in der Krise.\“ Sie höre \“als funktionsfähige Einheit zu funktionieren\“ auf, \“wenn echte nationale Interessen betroffen sind.\“ Und: \“Das Konkrete wird wichtiger als das Abstrakte, Künstliche. Die EU kann keine Antworten liefern in einer Krise, die je nach Standort und Herkunft anders empfunden wird.\“

Sehr scharf beobachtet! Wohl weil die EU in der Krise so wenig taugt, drängen die Isländer gerade jetzt in den Staatenverbund. Leuchtet ein, oder? Von all den Staaten im Osten Europas (und darüber hinaus!) mal ganz abgesehen, die dem Beitritt in dieses ach so künstliche Gebilde während und ausserhalb Krisen recht viel Gutes abgewinnen können.

Logo. Dass die Staaten sich Punkto Konjunkturprogramme auf sich selber zurückbesinnen, ist natürlich der völlig danebenen, nutz- und sinnlosen, sozialistischen, ja kommunistischen und gleichzeitig faschistischen \“Idee EU\“ zuzuschreiben, und nicht etwa den nationalistischen Egoismen der Mitgliedsländer, wie ich irrtümlicherweise einmal behauptet habe.

Genau Roger! Die EU wäre erst dann richtig gut und krisenfest, wenn sie den Mitgliedsstaaten so richtig was vorschreiben könnte, und sich nicht immer den Vorlieben dieser Staaten beugen müsste. So siehst du das also? Da habe ich dich ja bisher richtig unterschätzt!

Die im selben Editorial geäusserte Idee, der Staat möge doch bitte gerade in der Krise möglichst nichts investieren und stattdessen den Reichen \“Geld zurückgeben\“, ist ebenso bestechend einfach. Und ungefähr gleich klug wie deine Einschätzung zur EU in der Krise. Denn klar, Privatleute werden ihr dem Staat entzogenes Geld investieren und, sagen wir, Autobahnen oder Bahngleise damit bauen, und es nicht etwa, wie die linken Taugenichtse so frech behaupten, auf die hohe Kante legen. Und wenn schon: Seit wann ist es eine erstrebenswerte öffentliche Aufgabe, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen?

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