Im Fluss

12. September 2009

Völlig unerwartet…

Filed under: Medien & Journalismus,Politik — Robinson @ 10:21 pm
Tags:

…kamen Roger Köppels neuerliche Schlussfolgerungen ja nicht:

Erste Schlussfolgerung: SVP-Leute, die gegen Menschen operieren, sind die Guten, alle anderen, die den Menschen Hilfe geben, sind die Bösen. In der Arena zum Thema IV ging für ihn wer wohl als Sieger vom Feld? SVP-Mann Peter Spuhler, der bei den auf die IV angewiesenen Bezügern sparen will, oder der abtretende Bundesrat Pascal Couchepin, der die IV als funktionierendes Sozialwerk erhalten will und dazu zusätzliche Mittel braucht? „Fairerweise“ muss Köppel allerdings hinzufügen, dass es eigentlich die Sozis sind, die das „Schlamassel“ angerichtet haben. Mehr zum rechtsextremen Missbrauchs-Mantra hier.

Zweite Schlussfolgerung: Egal worum es geht, die EU ist Scheisse. Diese Aussage hat natürlich so viel Zugkraft, dass wir keine weiteren erhellenden Details brauchen, inwiefern die „Weltmacht Grossbritannien“ sich an Gaddafi die Zähne ausgebissen hat. Da fragen wir auch nicht mehr nach festgehaltenen bulgarischen Krankenschwestern, die Dank EU-Beitritt ihres Heimatlandes aus Libyen ausreisen durften.

Dritte Schlussfolgerung: Egal worum es geht, Multikulturalismus ist die EU und die EU ist ja Scheisse. Das Römische Reich ging unter, weil Germanen ihr Land eroberten. Genau wie heute! Der freiwillige, friedliche Zusammenschluss von europäischen Staaten und jede Form von Zuwanderung ist ja per Definition eine feindliche Eroberung. Das Schweizer Weltreich ist quasi schon untergegangen.

So, und wer die Barbarei, die hinter diesem Weltbild steckt, siebzig Jahre nach dem Krieg nicht wiederholen will, lese bitte fortan eine anständige Wochenzeitung.

29. August 2009

Die Zürcher Kantonalbank will „kein Schwarzgeld mehr“

Filed under: Medien & Journalismus,Wirtschaft — Robinson @ 9:31 am

So zitiert sie jedenfalls der „Blick“. Das Boulevard-Blatt schreibt weiter: „Die ZKB will ihren Ruf als seriöser Vermögensverwalter untermauern.“

Erstens: Wenn DIE Bank IHREN Ruf untermauern will, dann müsste das als seriösE VermögensverwalterIN sein. Und zweitens stellt die Aussage, „wir wollen jetzt nicht mehr so gaunern wie früher,“ eher ein Untergraben denn ein Untermauern dar… Hübsch, wie sich die Schweiz wieder mal mit Windfahnen herausputzt.

11. Mai 2009

Ist ja gut…

Filed under: Medien & Journalismus,Politik — Robinson @ 2:12 pm
Tags: ,

…liebe Sarah Nowotny, es stimmt: Fritz Suter ist wirklich nicht wählbar, du hast mich überzeugt. Und er ist so extrem unwählbar, dass diese Aussage schon fast objektiv ist.

Jedenfalls möchte ich weder mit dieser doch eher peinlichen Homepage, noch mit dem noch peinlicheren Alpenparlament in Verbindung gebracht werden.

Aber im Grunde geht mich Interlaken gar nichts an und ich hoffe, mich nicht mehr dazu äussern zu müssen…

8. Mai 2009

Condoleezza Rice: Waterboarding „Per Definition“ keine Folter

Wir hätten da noch eine Barbarin, doch ich setze mal nicht auf die Liste, weil George W. Bush stellvertretend für alle, die bei Abu Ghraib und Guantanamo beteiligt waren, bereits von der Barbaren-Liste herunterwinkt.

„Do your homework first“: Die praktischste Antwort auf alle Fragen, die unangenehm werden könnten. Nun gut, Arroganz ist ja kein Straftatbestand, nur halt einfach eine ganz üble Charaktereigenschaft.

Der Höhepunkt kommt dann aber am Schluss: 1. Der Präsident behauptete, wir würden nicht gegen die Folterkonvention verstossen. 2. Der Präsident genehmigte die „optimierten Verhörmethoden“, die ich dann als Anweisung an die CIA weiterleitete. 3. Aus 1 und 2 folgt: Waterboarding, Schlafentzug, Insekten-verseuchte Käfige, erzwungene Nacktheit und was sich unsere kranken Hirne sonst noch alles ausdachten sind „per Definition“ (ehrlich, hört’s Euch selbst an!) keine Folter. Eine deutsche Transkription des Interviews findet Ihr hier.

Ein wunderbares Beispiel für Bürger-Journalismus, Gratulation, liebe Reyna Garcia.

7. Mai 2009

Wenn wir schon bei der Rettung von Zeitungen sind

Filed under: Medien & Journalismus,News — Robinson @ 9:42 am
Tags: , ,

Artikel wie diesen hier, über einen Berner Schizophrenen/Austisten mit aussergewöhnlicher Begabung wollen und werden wir auch in Zukunft auf Papier lesen wollen, etwa am Wochenende. Möglicherweise auch gegen Bezahlung. Denn trotz relevanten Inhalts ist der Aktualitätsbezug nicht ganz so wichtig. Walter Däpps journalistische Begabung ist wie gemacht für Print.

Wunschdenken

Filed under: Medien & Journalismus,News — Robinson @ 8:34 am
Tags: ,

Der neue Kindle wird die Zeitungsbranche retten. Das glaubt zumindest „Der Bund“ (und gemäss „Bund“ auch die „New York Times“, die „Washington Post“ und der „Boston Globe“). (more…)

6. Mai 2009

Das wird langsam ermüdend…

Filed under: Medien & Journalismus,News,Politik — Robinson @ 7:41 am
Tags: ,

Lieber Blick, liebes 20 Minuten, lieber Spiegel

Wir haben verstanden. Peer Steinbrück mag die Schweiz nicht sonderlich, und ihr könnt den Peer nicht ausstehen. Und nun regt Ihr Euch auf, dass Peer sagt, er lade nebst Luxemburg, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz auch Ouagadougou ein.

So what? Ist das etwa unanständig? Es ist wohl eher eine Beleidigung für Burkina Faso, dass 1) Peer Steinbrück nicht weiss, dass Ouagadougou eine Stadt ist, und kein unabhängiger Staat, und dass 2) die Schweizer sich beleidigt fühlen, wenn sie doch endlich wieder einmal mit einem ehrenwerten Staat in einem Atemzug genannt werden. Verkehrte Welt.

5. Mai 2009

Besitzer einer Striptease-Bar „kaum wählbar“

Filed under: Medien & Journalismus,News,Uncategorized — Robinson @ 9:28 am

Zu den Regierungsstatthalterwahlen in Interlaken diese Einschätzung:

“ Im Kreis Interlaken-Oberhasli wird am 17. Mai wohl der Interlakner Regierungsstatthalter Walter Dietrich gewählt. Sein Gegner Fritz Suter ist kaum wählbar.“
(Sarah Nowotny heute im „Bund“)

Begründung: Fritz Suter besitzt einen Stripclub und ist schon wegen diversen ausländerrechtlichen Vergehen verurteilt worden. Der Favorit, SVP-ler Walter Dietrich, wird von allen Parteien von links bis rechts unterstützt.

Liebe Sarah Nowotny,

vielen Dank, dass Du Deinen Lesern sagst, wer wählbar ist und wer nicht. Dieses Urteil hätten sie sich wohl nicht selbst machen können. Oder…hey, hast Du vielleicht als besseren Ausdruck „chancenlos“ gesucht?

„Der Bund“ muss unbedingt gerettet werden, da die Leute sonst nicht mehr aus moralisch integrer Quelle erfahren werden, dass Stripclub-Besitzer unwählbar sind. Wir könnten die Statthalterwahlen auch gleich ganz abschaffen, und die Amtsträger gleich direkt von der „Bund“-Redaktion einsetzen lassen.

Hochachtungsvoll,

Ein dem „Bund“ wohlgesinnter Leser (die letzten paar Worte ohne Ironie gemeint)

3. Mai 2009

Weltwöchentliche Sternstunden

Mal ein Stück von unsrem alten Freund Roger. Nicht der, der alles erfunden hat. Der andere. Der Chefredaktor des Blattes, das sich einen kosmopolitischen Namen anmasst und doch in nationalistischem SVP-Kleinmut verharrt. (more…)

30. April 2009

30 Minuten – eine ganz brillant gemachte Kampagne

Filed under: Medien & Journalismus,News,Politik — Robinson @ 2:55 pm
Tags: , , , , ,

Das hier ist rundum gelungen – auch in der Printausgabe. Erstaunlich, was Aktivisten alles zustande bringen.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.