Im Fluss

29. August 2009

Die Zürcher Kantonalbank will „kein Schwarzgeld mehr“

Filed under: Medien & Journalismus,Wirtschaft — Robinson @ 9:31 am

So zitiert sie jedenfalls der „Blick“. Das Boulevard-Blatt schreibt weiter: „Die ZKB will ihren Ruf als seriöser Vermögensverwalter untermauern.“

Erstens: Wenn DIE Bank IHREN Ruf untermauern will, dann müsste das als seriösE VermögensverwalterIN sein. Und zweitens stellt die Aussage, „wir wollen jetzt nicht mehr so gaunern wie früher,“ eher ein Untergraben denn ein Untermauern dar… Hübsch, wie sich die Schweiz wieder mal mit Windfahnen herausputzt.

3. Mai 2009

Weltwöchentliche Sternstunden

Mal ein Stück von unsrem alten Freund Roger. Nicht der, der alles erfunden hat. Der andere. Der Chefredaktor des Blattes, das sich einen kosmopolitischen Namen anmasst und doch in nationalistischem SVP-Kleinmut verharrt. (more…)

9. April 2009

Schon wieder eine Peinlichkeit für die Schweiz

Wie ich von der BBC (noch vor deutschsprachigen Medien) erfahre, sind US-Bestechungsgelder für Nigeria in der Schweiz aufgetaucht. Das reicht dann mal langsam. Gibt es eigentlich keine anständigen Geschäftsleute mehr in der Schweiz? Das soll ja nicht vom Fehlverhalten der Amerikaner und Nigerianer ablenken, aber bei uns selber aufräumen wäre sicher mal das, was uns gut anstünde. Und dafür sorgen, dass Schweizer Medien nicht einfach über solche Dinge schweigen.

27. März 2009

Mit Excel ein Buch schreiben

Es ist extrem schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, in Excel ein Buch zu schreiben. Oder mit einem Hammer eine Schraube zu lösen. Oder mit einer Zange ein Loch zu bohren. Oder mit einem Geigenbogen Oboe zu spielen. Es ist schlicht irrational, das falsche Werkzeug für die falsche Aufgabe zu benutzen. Genau das machen wir aber Tag für Tag. In unserem Privatleben wie in Politik und Wirtschaft.

Beispiele gefällig? Gerne. (more…)

16. März 2009

A-Post ist abgeschafft

Die Schweizerische Post hat die A-Post abgeschafft. Man kann zwar nach wie vor mehr für eine Frankatur bezahlen und dann beten, dass der Brief auch wirklich am nächsten Tag ankommt. Doch faktisch kommt die Post nun so gut wie immer erst nach zwei Tagen an, nicht am Tag nach der Briefaufgabe.

Grund: Neu leert die Post ihre Briefkästen nicht mehr abends sondern morgens. Heisst Klartext: Was bisher in weniger als 24 Stunden möglich war, tendiert heute auf 48 Stunden. (more…)

7. März 2009

Kognitive Dissonanz zum Zweiten

Die SVP, wenn es um Asyl, Minarette, die bilateralen Verträge mit der EU oder um Einbürgerungen geht: „Fangt sie, die kriminellen Ausländer!“

Die SVP, wenn es ums Bankgeheimnis geht: „Schützt sie, die kriminellen Ausländer!“

Irgendwo wird da wohl schon irgend eine Logik vorhanden sein. Nehmen wir zu Gunsten der SVP einmal an…

6. März 2009

Was kümmert mich mein Geschwätz von jenseits des Teichs?

Filed under: News,Politik,Wirtschaft — Robinson @ 7:00 pm
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„Aussage vor US-Senat: Nein, wir können Euch leider nicht mehr Angaben zu Steuerbetrügern geben, weil, so schade und unmoralisch das ist, die Schweiz uns das per Gesetz verbietet.“

Aussage in der Schweiz: „Schafft ja nicht das Bankgeheimnis ab! Wir schützen damit nur die Braven.“

Wenn Ihr damit durchkommt, seid Ihr richtig gut. Kommt Ihr aber nicht.

26. Februar 2009

Warum Europa so schwach ist

Am Dienstag war in der lächerlich altmodisch benamsten aber trotzdem immer hörenswerten Sendung „Echo der Zeit“ die Rede davon, wie die osteuropäischen Wirtschaften unter der Kreditklemme leiden. Das Problem dabei ist, dass Firmen in den neuen EU-Ländern Schwierigkeiten haben, Kapital von Banken zu erhalten, deren Hauptsitz in Westeuropa liegt.

Zwar erhalten all diese Banken Geld und Garantien vom Staat, aber eben vom falschen Staat, nämlich vom Staat, in dem sie beheimatet sind. Und diese Staaten sagen ihren Banken: „Wenn wir euch schon Geld geben, dann wollen wir auch,  dass es in unserem Land bleibt. Also keine Investitionen im Ausland machen bitte!“ (more…)

24. Februar 2009

Neue Facebook-Gruppe zu Parteispenden

Filed under: Politik,Wirtschaft — Robinson @ 11:01 am
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Firmen wie die UBS hängen jetzt am Tropf des Staates. Manche Politiker hängen am Tropf von Firmen. Und diese Politiker sorgen dafür, dass die Steuerzahler auch in Zukunft den Staatstropf für die Firmen wieder nachfüllen.

Stimmt nicht? Dann zeigt, dass das nicht stimmt, und legt die Spenden für Euch und Eure Partei offen! Es ist wie mit dem Bankgeheimnis: Wer Geheimnistuerei betreibt, macht sich verdächtig.

Solange das Gesetz nicht vorsieht, dass Parteien und Kandidierende alle empfangenen Spenden, Einladungen und sonstigen Zückerchen offenlegen müssen, musst Du davon ausgehen, dass Korruption besteht.

Du musst davon ausgehen, dass Deine Steuern dafür verwendet werden, den Spendern eine Gegenleistung zu bieten.

Du musst davon ausgehen, dass diejenigen, denen du deine Stimme gegeben hast, nicht in deinem Interesse oder im Interesse des Volkes handeln. Sie handeln im Interesse der Banken, der Pharmahersteller und was es an finanzkräftigen Firmen sonst noch gibt.

Für alle, die darüber empört sind, dass sich Firmen und Politiker gegenseitig Vorteile zuschanzen, gibt es jetzt hier eine Facebook-Gruppe, der man beitreten sollte. Je mehr members die Gruppe hat, desto mehr politisches Gewicht wird sie erhalten.

22. Februar 2009

Bankraub oder Bankgründung: beides kriminell!

Filed under: Politik,Wirtschaft — Robinson @ 6:04 pm
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Die Banken und die mit ihrem Geld bei der stange gehaltenen bürgerlichen Politiker haben über all die Jahre ja immer eine erstaunlich ernsthafte Miene aufgesetzt, wenn sie folgendermassen argumentierten:

„Die Schweiz will das Bankgeheimnis aufrecht erhalten, weil es (1) im Standortwettbewerb einen Vorteil für den Schweizer Finanzplatz darstellt und weil es (2) unbescholtene Bürger vor der Neugier anderer Bürger und des Staates schützt. Kriminelle werden dadurch aber nicht geschützt.“

So, und nun prustet plötzlich jeder los, auch Banker und Bürgerliche, wenn jemand auch nur mit dieser Argumentationslinie beginnt. Ist einfach nicht so. Ein Wettbewerbsvorteil mag es gewesen sein. Doch unbescholtene Bürger hätten ja ohnehin nie etwas zu befürchten gehabt. Und der Preis für diese billigste aller Argumentationen ist riesig: Der gute Ruf der Schweiz ist hin, und die Kriminellen sind effektiv bisher straflos davon gekommen.

Wie sagte Brecht doch einmal so schön? „Nur Dilettanten überfallen eine Bank, richtige Ganoven gründen eine.“ Jetzt, wo das Bankgeheimnis abgeschafft wird, ändert sich das wohl bald. Hoffentlich.

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