Im Fluss

9. April 2009

Schon wieder eine Peinlichkeit für die Schweiz

Wie ich von der BBC (noch vor deutschsprachigen Medien) erfahre, sind US-Bestechungsgelder für Nigeria in der Schweiz aufgetaucht. Das reicht dann mal langsam. Gibt es eigentlich keine anständigen Geschäftsleute mehr in der Schweiz? Das soll ja nicht vom Fehlverhalten der Amerikaner und Nigerianer ablenken, aber bei uns selber aufräumen wäre sicher mal das, was uns gut anstünde. Und dafür sorgen, dass Schweizer Medien nicht einfach über solche Dinge schweigen.

12. März 2009

Zum Thema Verhältnismässigkeit

Filed under: News,Politik — Robinson @ 4:43 pm
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Zivilisierte Menschen wenden keine Gewalt an. Sobald sie Gewalt anwenden, sind sie nicht mehr zivilisiert.

shoesUnd für unzivilisierte Menschen sind in zivilisierten Gesellschaften Strafen vorgesehen. Die Strafen sind normalerweise abgestuft je nach Schwere des Vergehens. Das nennt man Verhältnismässigkeit. Hier mal eine Illustration, was mit Verhältnismässigkeit gemeint ist:

Ein Schuhwurf auf einen US-Präsidenten: 3 Jahre Haft.

Die Anzettelung mindestens eines ungerechten Krieges, das Ausstellen eines Freibriefs für Folterer: Straflos.

In dieser Welt leben wir.

22. Februar 2009

Bankraub oder Bankgründung: beides kriminell!

Filed under: Politik,Wirtschaft — Robinson @ 6:04 pm
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Die Banken und die mit ihrem Geld bei der stange gehaltenen bürgerlichen Politiker haben über all die Jahre ja immer eine erstaunlich ernsthafte Miene aufgesetzt, wenn sie folgendermassen argumentierten:

„Die Schweiz will das Bankgeheimnis aufrecht erhalten, weil es (1) im Standortwettbewerb einen Vorteil für den Schweizer Finanzplatz darstellt und weil es (2) unbescholtene Bürger vor der Neugier anderer Bürger und des Staates schützt. Kriminelle werden dadurch aber nicht geschützt.“

So, und nun prustet plötzlich jeder los, auch Banker und Bürgerliche, wenn jemand auch nur mit dieser Argumentationslinie beginnt. Ist einfach nicht so. Ein Wettbewerbsvorteil mag es gewesen sein. Doch unbescholtene Bürger hätten ja ohnehin nie etwas zu befürchten gehabt. Und der Preis für diese billigste aller Argumentationen ist riesig: Der gute Ruf der Schweiz ist hin, und die Kriminellen sind effektiv bisher straflos davon gekommen.

Wie sagte Brecht doch einmal so schön? „Nur Dilettanten überfallen eine Bank, richtige Ganoven gründen eine.“ Jetzt, wo das Bankgeheimnis abgeschafft wird, ändert sich das wohl bald. Hoffentlich.

21. Februar 2009

Unverhandelbar?

Filed under: Politik,Wirtschaft — Robinson @ 12:58 pm
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Bundesrat Kaspar Villiger hat einmal davon gesprochen, das Schweizer Bankgeheimnis sei unverhandelbar. Das hat auch bis heute seine Richtigkeit. Schliesslich wurde es jetzt nicht selbstbestimmt durch Verhandlungen und eine Vereinbarung, die Gegenleistungen vorgesehen hätte, abgeschafft, sondern auf Druck, zur Rettung einer nicht mehr zu rettenden Bank.

Wurde auch höchste Zeit, aber eine frühere Korrektur der Schweizer Politik wäre wohl weniger schmerzhaft und peinlich gewesen.

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